3 Jahre JVEG - Podiumsdiskussion (29.6.2007)

 Justiz und Sprachmittler im Gespräch - Veranstaltung des Landesverbandes Bayern in München

Impressionen der Podiumsdiskussion

Am Nachmittag des 29.06.07 fand eine Veranstaltung des Landesverbandes Bayern im Justizpalast in München statt. Aus Anlass des 3-jährigen Bestehens des Justizvergütungsgesetzes sollte eine Bilanz gezogen werden, wie dieses Gesetz als Nachfolger des ehemaligen ZSEG in der Praxis angewendet wird. Als Vertreter der Justiz war der Richter am OLG München Herr Wolfgang Simert anwesend; die Lobby der Kostenbeamten vertrat der Revisor Herr Roth. Ein überfüllter Saal lieferte ein beeindruckendes Zeugnis für das Engagement der Kollegen aus dem LV Bayern, die für eine nicht minder beeindruckende Diskussion sorgten. Als Vertreter des BDÜ-Bundesvorstandes waren der Präsident Herr Amkreutz sowie die zuständige Ressortleiterin für das Referat Vereidigte Dolmetscher und Urkundenübersetzer Frau Antje Kopp anwesend. Weiterhin kamen die §§-Ressortleiterinnen aus Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Saarland und lieferten Unterstützung für unsere bayerischen Kollegen.

Als Hauptthema kristallisierte sich immer mehr die Vergütung von Übersetzungen heraus. Darüber entfachte sich eine rege Diskussion, insbesondere bezüglich der Kriterien bei der Beurteilung von Übersetzungen als "einfach" (Zeilenpreis - 1,25 Euro) oder "schwierig" (1,85 Euro). Herr Roth musste Rede und Antwort stehen, was einige Praktiken des unbegründeten Kürzens von Rechnungen durch fachlich unbedarfte Kostenbeamte anbetrifft.

In einigen Ausführungen des anwesenden Vertreters dieses Berufsstandes kam ein gewisser Mangel an Sachkenntnis zum Thema Übersetzen zum Vorschein (ohne dass ihre sonstige Kompetenzen in Frage gestellt wurden). So wurde denn auch recht heftig Kritik geübt. Es muss jedoch festgestellt werden, dass der anwesende Richter Herr Simert sich sehr wohlwollend an die Seite der Übersetzer stellte. Er bestärkte uns an die Richter heranzutreten und wies auf ihre Beurteilungsselbständigkeit hin. Des Weiteren führte er Urteile an, die durchaus zu unseren Gunsten ausgefallen sind. Letztlich sei es eine Aufgabe der Legislative, meinte er, einiges am JVEG zu revidieren und dadurch mehr Klarheit bei seiner Auslegung und Anwendung zu schaffen. Somit ist unser Verband gefordert mit entsprechenden Vorschlägen an den Bundesjustizminister heranzutreten. Es war schon etwas merkwürdig, dass die Dolmetschervergütung kaum thematisiert wurde, aber das wäre sicherlich ein geeignetes Thema für eine weitere Veranstaltung. Jedenfalls könnten wir im Saarland durchaus auch in die Offensive gehen und eine ähnliche Podiumsdiskussion in die Wege leiten.

Ansonsten war es schön in München, nach einer Regenwoche war die Sonne ständig da. So konnten wir - die Vertreterinnen der anderen BV - in einem schönen bayerischen Biergarten ein wenig bayerisches Flair genießen.

Dr. Krassimira Kotcheva, Ressort Vereidigte Übersetzen/Dolmetscher im LV Saar e.V.

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